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Andacht

Geschrieben von Miriam Richter

An Dir habe ich Wohlgefallen

Ab und zu ändere ich natürlich auch meinen Status bei Facebook. Meine "Freunde" wissen dann, ob ich gerade zu Hause oder unterwegs bin (meistens unterwegs), wie das Wetter so ist (frühlingshaft schön), was in meinem Leben so passiert (nicht viel, ein Schmetterling ist gerade an mir vorbeigeflogen). Manchmal stelle ich auch ein Foto online, ab und zu teile ich einen link oder ein Bild oder weise auf eine Veranstaltung hin, die mir wichtig ist.

Und dann bekomme ich hoffentlich bald eine Nachricht darüber, daß irgend jemand einen Kommentar geschrieben oder zumindest "gefällt mir" angeklickt hat. Wenn nach einigen Stunden immer noch kein Kommentar eingegangen ist, dann weiß ich, ich brauche nicht länger zu warten, keiner hat etwas zu meinem Schmetterling zu sagen.

Wozu hat man eigentlich "Freunde", wenn sie nicht auf die Statusmeldungen reagieren? Das ist schon etwas enttäuschend, denke ich dann zerknirscht.

Im Markusevangelium, ganz am Anfang in Kapitel 1,9-11, ist die Geschichte von der Taufe Jesu erzählt:

Jesus kommt an den Jordan. Das war, noch bevor er seine Jünger berufen hat, er war allein unterwegs. Am Jordan waren viele Leute, weil Johannes der Täufer dort war und predigte und die Menschen taufte. Johannes hat auch Jesus getauft. Und dann tat sich der Himmel auf, und der Geist Gottes kam herunter auf Jesus, und eine Stimme vom Himmel sagte: "Du bist mein lieber Sohn, an Dir habe ich Wohlgefallen."

Noch bevor irgend etwas anderes passiert, bevor Jesus sich auf den Weg macht, bevor er Kranke heilt und bevor er den Menschen von Gott erzählt, hört er die Stimme Gottes, die ihm sagt: "An Dir habe ich Wohlgefallen."

Und diese Stimme Gottes können auch wir hören. Nicht nur bei der Taufe Jesu sagte Gott: "Du gefällst mir!" Er sagt es auch zu uns.

Dazu brauchen wir gar keine aufregenden Statusmeldungen und keine beeindruckenden Fotos zu veröffentlichen. Keine besondere Leistung ist nötig, wir müssen nicht besonders schlau oder witzig oder hübsch sein.

Das gilt übrigens auch für unsere Freunde: Von denen, die mir wirklich etwas bedeuten, bekomme ich ein "gefällt mir", auch wenn sie nichts online anklicken. Das kann ich dann zwar nicht zählen oder in eine Statistik festhalten, aber ich kann es merken.

Egal, wie viele oder wenige Online-Freunde ich habe, egal wie oft meine Seite Profil aufgerufen wird, egal, wie viele Kommentare zu meinen Beiträgen abgegeben werden, ein "gefällt mir" habe ich ganz sicher.

Von Gott bekommen wir immer ein "gefällt mir!", weil er mehr sieht als das, was wir darstellen. Im biblischen Text heißt es: "An Dir habe ich Wohlgefallen!" Wir können genausogut sagen: "Du gefällst mir!"

Miriam Richter

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